Synthetisches Cannabinoid in Cannabisprobe nachgewiesen

  • Veröffentlicht am: 14. Februar 2020 - 16:53
  • Von: Sascha Waterkotte
In dieser Probe wurde das synthetische Cannabinoid 5F-MDMB-PICA vom Universitätsklinikum Freiburg nachgewiesen.

Regelmäßig erreichen uns Nachrichten aus unserer Community, in denen auf gestreckte Cannabisprodukte hingewiesen wird. Neben Brix, Haarspray oder PK13/14 (Dünger) berichten immer mehr User über eingesetzte synthetische Cannabinoide, deren Konsum zum Tod führen kann. Bisher gab es dazu in Deutschland aber nur entsprechende Erfahrungsberichte über ungewohnte Wirkung von Cannabis. Die Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg hat nun in einer eingereichten Probe aus dem Großraum München das synthetische Cannabinoid 5F-MDMB-PICA nachgewiesen. Synthetische Cannabinoide sind für Nutzer nur oft schwer erkennbar und daher besonders perfide, wirken sie doch deutlich potenter als Cannabis, so Karsten Tögel-Lins, der für BAS!S - Beratung, Arbeit, Jugend & Kultur e.V. arbeitet und dort die Info- und Beratungsseite legal-high-inhaltsstoffe.de betreut. Etliche Todesfälle in Deutschland sind auf die immer weiter verbreiteten künstlichen Cannabinoide zurückzuführen, erklärt Tögel-Lins in seinem Warnhinweis.
Die Gefahr von anderen schweren gesundheitlichen Nebenwirkungen wie zum Beispiel Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit, Panikattacken oder Blackout ist bei dem Konsum von Substanzen wie 5F-MDMB-PICA stark erhöht. Gefährlich ist vor allem, dass der Konsumierende zunächst von einer Cannabiswirkung ausgeht und nicht mit diesen Nebenwirkungen rechnet. Zudem sei die Gefahr einer Abhängigkeit bei einem regelmäßigen Konsum deutlich höher als bei Cannabis, so der Experte weiter. Deshalb ein ausdrücklicher Warnhinweis vom DHV:

Von dem Konsum dieser Stoffe ist, wie grundsätzlich bei allen gestreckten Cannabisprodukten, dringend abzuraten. Eure Gesundheit geht immer vor, passt auf euch auf!

Konsumenten, die den Verdacht haben, mit künstlichen Cannabinoiden versetztes Cannabis zu besitzen, können dieses testen lassen. Meldet euch gegebenenfalls bei der Online-Beratung. Es kann nicht allgemein auf Streckmittel getestet werden, sondern ausschließlich auf künstliche Cannabinoide!

Und an dieser Stelle auch noch ein paar Worte an die verantwortlichen Politiker, die mit ihrer Prohibitionspolitik dafür verantwortlich sind, dass solche Produkte überhaupt im Umlauf sind: Jeder einzelne Tote, der wegen des Konsums von synthetischen Cannabinoiden in den letzten Jahren verstorben ist, ist das Resultat einer Verbotspolitik, welche den unregulierten Schwarzmarkt begünstigt und Konsumentenschutz verhindert!

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